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Über Netikette, Medienkompetenz bei Kindern und Soziale Netzwerke Frauen-Union Landshut Stadt informiert sich über die Neuen Medien.
Einen Vortrag aus erster Hand gab es bei der Landshuter Frauenunion, zu dem die Vorsitzende Elisabeth Diewald eingeladen hatte. Referentin war die Medienwissenschaftlerin Prof. Dr. Gabriele Goderbauer- Marchner, die auch seit langem der Frauenunion angehört.
Der Durchschnittsdeutsche sitzt täglich etwa 223 Minuten vor dem Fernseher, informierte Dr. Goderbauer am Anfang ihres Vortrages. Hinzu kommen Medien wie etwa die Freizeitgestaltung mit Computer etc.. Während Erwachsene für sich eigenverantwortlich sind, ist die Mediennutzung durch unseren Nachwuchs in höherem Maß gefährlich, da Kinder ein anderes Gefühl der Verantwortung der Gesellschaft und sich selbst gegenüber haben. Medienkompetenz dagegen heißt verschiedene Umgangsformen mit den Medien zu beherrschen.
Um Kindern nicht schrankenlos den Zugang zu allem was sich bietet zu ermöglichen, gibt es zum Beispiel Filter etc., die dies verhindern. Auch kann der Zugang zeitlich begrenzt werden, z. B. auf täglich eine Stunde oder auch nur zu gewissen Zeiten, wobei die Software hierfür relativ günstig zu haben ist. Allerdings sollten aber auch nicht zu viele Verbote gesetzt werden, denn gerade was tabu ist, ist interessant und kann später einmal grenzenlos nachgeholt werden.
Ein Kind muss wissen, wie es Infos im Internet findet. Es soll sich auch die Fähigkeit aneignen zu unterscheiden, was gut ist und was abgelehnt werden muss, wie etwa pornografische, sexistische, rassistische oder verfassungsfeindliche Seiten.
In der Schule ist der PC mittlerweile Standard. An unseren Schulen wird aber auch bereits seit einiger Zeit der „Medienführerschein“ angeboten, welcher vor gut vier Jahren erfunden wurde. Dieser ist als Baukastensystem angelegt und deckt sowohl die klassischen Print- und audivisuellen Medien als auch die neuen interaktiven Medien ab.
In den letzten Jahren ist die Hemmschwelle in der Gesellschaft gesunken. Aber auch die Darstellung in den Medien ist viel markanter geworden. Um Extremes zu verhindern, gibt es die FSK, sowie FSF (Freiwillige Selbstkontrolle von Kino bzw. Fernsehen), die die Darstellung in den Medien kontrolliert.
Vor 30 – 40 Jahren zählte zu den Kulturtechniken Lesen, Schreiben und Rechnen, während heute der Umgang mit den Neuen Medien hinzukommt, wie Computer, Laptop und mobile Medien, wie I-pad und Handy. Um dem Fluch, die Schranken nicht mehr zu kennen, zu entkommen, wurde nunmehr die Netikette eingeführt, d. h. wie wir uns im Internet benehmen sollten, z. B. beim Schreiben von e-mails oder in der Teilöffentlichkeit, wie Chatrooms.
Jeder sollte sich anständig benehmen wie im Leben, d. h. keine Beleidigungen, Kränkungen oder unflätige Sprachen. Aber auch mit Menschen, die keinen Anstand besitzen, muss leider im Internet gerechnet werden.
Danach ging Dr. Goderbauer noch auf die Sozialen Netzwerke ein. So gäbe es offene und geschlossene Chatrooms, wobei die offenen Chatrooms auch große Gefahren bergen würden. Zu den Sozialen Netzwerken gehören z. B. Facebook, Twitter usw.
Sinnvoll ist es, mit Mechanismen zu steuern, wer mitlesen darf, d. h. den account richtig zu stellen. Die Einladung zu einer Geburtstagsfeier „weltweit“, der 5000 Leute gefolgt waren, zeuge von keiner Medienkompetenz. In den Sozialen Netzwerken können Gruppen gebildet werden, um z. B. fachliche Themen zu diskutieren oder in kleinerem Kreise Infos auszutauschen.
Kinder sollten grundsätzlich keine Fremden zulassen, es gäbe zu viele Gefahren, z. B. Pädophile o. a. Wenn man nicht aufpasse, könne die ganze Welt mitlesen. So solle bei Facebook der Button „nur Freunde“ eingestellt werden.
Während sich bei Facebook je nach Einstellung im Account regeln lässt, wer die Eintragungen lesen kann, muss man sich zwar bei Twitter anmelden, aber dann kann man alles, was andere eingetragen haben, mitlesen, ohne über die von Facebook bekannte „Freundschaftsanfrage“. Gefährlich werden die Medien, wenn man sie nicht im Griff hat. Auch gäbe es die Gefahr der Mediensucht, auch für Erwachsene. Mittlerweile gäbe es bereits verwahrloste Leute, die aufgrund ihrer Mediensucht keine Zeit mehr für alles andere hätten.
Falsch wäre aber auch, die Neuen Medien zu verteufeln. Durch den Lauf der Zeit gehörten sie eben dazu. So müssten eben durch eine vernünftige Abwägung die Gefahren erlernt werden, um einen sinnvollen Umgang zu haben.
Danach bedankte sich die Vorsitzende Elisabeth Diewald bei ihrer Referentin mit einem Blumenstrauß und fügte hinzu, dass es auch gut wäre, wenn sich die Eltern mit den Medien auskennen und auch mit ihnen umgehen könnten.
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